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Was war der Karneval der Tiere?

Der “Karneval der Tiere” wurde im Januar 1886 vom französischen Komponisten Camille Saint-Saëns für Kammerorchester komponiert. Das Stück wird als Suite im Genre der Programmmusik eingeordnet. Der “Karneval der Tiere” besteht aus vierzehn verschiedenen Sätzen mit eine Gesamtspieldauer von ca. 25 Minuten.

Allgemein

Das Werk wurde jedoch erst nach dem Tod des Komponisten veröffentlicht, da Camille Saint-Saens um seinen guten Ruf fürchtete. Der “Karneval der Tiere” bestand, für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich, aus vielen verschiedenen Tierrufen, die imitiert wurden. Außerdem verspottete er Offenbach, Berlioz und Rossini, frühere schon verstorbene berufliche Kollegen. Aus Angst eine Verärgerung bei der Mehrheit der Menschen aufzuwecken, ließ er sein Werk zu Lebzeiten nie veröffentlichen.
Nach seinem Tod und schließlich nach Veröffentlichung vom “Karnval der Tiere” stellte sich das komponierte Werk als Meisterstück und als erfolgreichstes Werk Camilles heraus.
Zahlreiche Buchautoren haben sein Thema verarbeitet und auch filmische Verarbeitungen vom Stück entstanden. So wurde im Jahr 1990 unter der Regie von Zülal Aytüre-Scheele eine Animation des “Karnevals der Tiere” mit Origami-Figueren geflilmt und veröffentlicht.

Was ist das besondere am “Karneval der Tiere”?

Der “Karneval der Tiere” ist kein übliches Kammerorchesterwerk. Es thematisiert die Vielfalt der Tierwelt, derer Geräusche und Rufe imitiert von verschiedensten Instrumenten. Der “Karneval der Tiere” ist sowohl für ältere, traditionelle Orchesterbesucher, als auch für junge Kinder geeignet. Viele noch aktuelle Theateraufführungen sind der Musik Camilles untermalt. Der “Karneval der Tiere” wird im Genre der Programmmusik als Suite eingeordnet.

Die 14 Sätze vom “Karneval der Tiere”

Elephant with large teeth approaching - Addo National Park

Das tiefste Instrument im “Karneval der Tiere” ist der Kontrabass, der das Getrampel von Elefanten imitiert.

1. Das Stück wird eröffnet mit dem Einzug der Tiere in die Arena und dem
königlichen Marsch der Löwen durch lautes Brüllen

2. In einem schnellen 4/4 Takt wird wildes Hühnergegacker und Hahngekrähe durch

Klarinetten, Violinen und Klavierstimmen imitiert.

3. Halbesel sind besonders schnelle Steppentiere, die durch rasend schnelle Läufe über
vier Oktaven von zwei Klavierstimmen dargestellt werden

4. Offenbach komponierte Jahre vor Camille ein Musikstück zum Tanz des “Can-Can”.
Dieser Tanz galt als schnellster der Welt. Camille verspottete seinen damaligen
Musikkollegen und verlangsamte das Stück dreifach und schaffte so eine müde
schleppende Neuversion. Diese langsamen Melodien sollen die Langsamkeit von
Kriechtieren, insbesondere Schildkröten, zeigen.

5. Das tiefste Instrument im Orchester, der Kontrabass, imitiert im fünften Satz
das laute Getrampel von Elefanten

6. Die Zuhörer sollen durch die hüpfenden Klaviermelodien, langsam beginnend und immer
schneller werdend, ein Bild vieler Kängurus vor sich haben.

7. Den Klang der Glasharmonika erzeugt man mit feinem Reiben auf Glasschalen mit
feuchten Fingerkuppen. Dieser Klang soll die Unterwasserwelt hervorrufen mit all
ihren Bewohnern.

8. Der Hausesel wird durch Violinen, die das bekannte “I-aah” spielen, imitiert

9. Ein leises “Kuck kuck” aus der Ferne, gespielt von Klarinetten, sorgt für eine
beruhigende Atmosphäre und Entspannung beim Zuhörer

10. Das wilde Vogelgezwitscher wird hauptsächlich von der Piccoloflöte gespielt und
erweckt lauter Frühlingsgefühle

11. Im elften Akt kommen fingerfertige Pianisten. Camille
war zu seinen Lebzeiten ebenfalls erfolgreicher Pianist und komponierte fünf
Klavierkonzerte

12. Schwere Klanghölzer sollen leblose Fossilien repräsentieren. Das Xylophon, welches
zur damaligen Zeit in Orchestermusik kaum bis gar nicht
etabliert war, soll die Fossilien zu Lebendigkeit verhelfen.

13. Auf einem klaren See in freier Natur schwimmt ein prachtvoller Schwan. Dieses Bild
soll durch das Violoncello erweckt werden.

14. Im Finale kommen alle Tiere im schnellen 4/4 Takt zusammen und verabschieden sich nach kleinen Einzelauftritten.